Schizophrenie – eine Aufklärung über die Psychose


Prolog:
Es kann ganz unscheinbar anfangen: Man hat Angst im Alltag Fehler zu machen und dafür beschimpft
zu werden. Plötzlich steigert sich diese Angst, man findet keinen Schlaf mehr und erzählen kann man
es ja auch keinem, ohne direkt als verrückt abgestempelt zu werden. Vielleicht gibt es noch
Möglichkeiten – Hobbys wie Tanzen – die einen ablenken. Doch irgendwann folgt ein Tief auf ein
anderes: Schlechte Noten, Trennungen, Verluste,… Da springen dann schon mal die Sicherungen der
Psyche heraus und man denkt, das Radio würde einen abhören. Das Handy. Es beobachtet einen, jede
Sekunde. Dann die Autos. Das kann keine Einbildung mehr sein, sie verfolgten einen doch. Kurz darauf
folgen Stimmen: Niemand braucht dich! Es wird von Tag zu Tag schlimmer…

Für manche unvorstellbar, für andere Realität. Schizophrene durchleben je nach Ausprägung der
Krankheit die oben genannten Symptome. Oft wird man indirekt mit dieser Krankheit in Horrorfilmen
konfrontiert: Der Protagonist weist bestimmte Bewegungsmuster auf, die sich immer wiederholen
(bspw. Hin- und Herschaukeln des Oberkörpers). Doch direkt wissen viele nichts genau mit
Schizophrenie anzufangen und so wird diese auch häufig mit einer Spaltung der Persönlichkeit
verwechselt. Damit solch eine Verwechslung nicht erfolgt und jeder etwas mit dem Begriff
„Schizophrenie“ assoziieren kann, möchte ich im Folgenden mehr über die Krankheit aufklären.

Einer von 100 Menschen erkrankt im Laufe seines Lebens an der Psychose Schizophrenie, bei der die
Wahrnehmung des Betroffenen gestört ist und dieser so den Bezug zur Realität verliert. Diese wird
häufig mit der dissoziativen Identitätsstörung, also einer Spaltung der Persönlichkeit, verwechselt.
Außerdem sind die Ausprägungen der Krankheit so verschieden oder auch vom Alter abhängig, dass
es kein direktes Krankheitsbild gibt. Deshalb sprechen psychiatrische Fachleute oft vom
„schizophrenen Formenkreis“.

Die häufigste Form ist die paranoide Schizophrenie, denn 7-8 von 10 Erkrankten werden mit dieser
diagnostiziert. Sie äußert sich durch Wahnvorstellungen und Halluzinationen (auf die Symptome wird
später spezifischer eingegangen). D.h. die Betroffenen denken, sie sähen Außerirdische oder Geister,
die sie verfolgen und zudem mit ihnen kommunizieren können.
Im Gegensatz zur zuvor genannten Form, ist die katatone Schizophrenie eher selten. Sie imponiert
sich durch schwere psychomotorische Störungen. Neben diesen Symptomen sind die Betroffenen
sehr unruhig und besitzen einen hohen Bewegungsdrang. Hierbei treten die ersten Symptome
bereits ab einem Alter von 14-15 Jahren auf.
Eine weitere Ausprägung ist die hebephrene Schizophrenie. Diese beginnt meist schon im
Jugendalter. Hier sind ein gestörtes Gefühls- und Gemütsleben, sowie formale Denkstörungen und
flapsiges, unberechenbares Auftreten, typisch.
Zuletzt gibt es noch die Schizophrenia implex, die eine eher mildere Form darstellt. Sie entwickelt
sich schleichend, wobei sich die intellektuelle Leistungsfähigkeit des Betroffenen allmählich
verringert, er immer mehr Desinteresse zeigt und sich von der Außenwelt abschirmt.

Bei dieser Psychose gibt es positive, aber auch negative Symptome. Jedoch ist dies immer eine Frage
der Perspektive. So können Wahnvorstellungen und Halluzinationen für die betroffene Person eine
interessante Erfahrung sein, oder aber buchstäblich die Hölle. Damit ihr euch eine Vorstellung
machen könnt, wird nun auf die verschiedenen Symptome eingegangen.
Eines der bekanntesten Symptome sind die Wahnvorstellungen. Diese können in verschiedenen
Arten vorliegen. Vom Verfolgungswahn („Ich werde verfolgt!“), über den Beziehungswahn („Es will
doch eh niemand mehr etwas mit mir zu tun haben…“) hin zum Größen- bzw. Religiösen Wahn („Ich
bin der Schöpfer der Welt!“).
Das andere bekannte Merkmal der Schizophrenie sind die Halluzinationen, also das Wahrnehmen
nicht existenter Dinge. Hier kann der Betroffene bspw. Stimmen hören, sowie Bestimmtes sehen,
riechen, ja sogar Berührungen verspüren, die in der Realität nicht stattgefunden haben.
Neben diesen am häufigsten vertretenen Symptomen gibt es die formalen Denkstörungen. D.h., dass
der Ablauf des Denkens beeinträchtigt wird. Dies bedeutet, dass ein Betroffener unpassende
Antworten auf Fragen gibt oder den Gesprächsfaden des Öfteren verliert.
Zudem findet man auch eine „Ich-Störung“ bei dieser Psychose vor. Diese beinhaltet einen
Unterscheidungsfehler zwischen sich selbst und der Umwelt. Auch hier gibt es verschiedene
Ausprägungen: Derealisation (Umgebung scheint eigenartig/fremd/künstlich), Depersonalisation
(einzelne Körperteile werden als fremd, also nicht dem eigenen Körper zugehörig, wahrgenommen),
Gedankenausbreitung (die Überzeugung, man könne Gedanken auf andere übertragen),
Gedankenentzug (Hier habe eine „höhere Macht“ die Gedanken geraubt), sowie Gedankeneingebung
(„höhere Macht“ habe einem Gedanken eingepflanzt).
Ein weiteres Symptom ist die Störung des Affekts. Dies prägt sich aus durch depressive Muster, da
das Gefühls- und Gemütsleben beeinträchtigt wird und so Gefühle eingeschränkt wahrgenommen
werden.
Das letzte Symptom sind psychomotorische- bzw. Willensstörungen. Dieses Symptom ist erkennbar
durch einen beeinträchtigten Bewegungsablauf und Willen. Hier unterscheidet man zwischen
Stereotypen (wiederholte Bewegungsmuster), Stupor (erstarrte Mimik/Ausdruck) und Agitiertheit
(starke Unruhezustände).

Allerdings setzt die Erkrankung nicht von dem einen auf den anderen Tag ein. Die meisten
durchleben erst ein Vorstadium der Schizophrenie, die Prodromphase. Hier ziehen sich die
Betroffenen meist aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Distanzierte Wirkung, Depression und verzerrte
Wahrnehmung sind hierbei geläufige Symptome. Wichtig ist, bei einer Depression o.ä. nicht direkt
von einer schizophrenen Erkrankung auszugehen. Die Dauer und Zwischenpausen der Symptome
sind unterschiedlich. Bei einigen Formen treten diese bspw. in Schüben auf, halten einige Zeit an und
klingen daraufhin nach Wochen oder Monaten wieder ab. Andererseits können die Symptome aber
auch kontinuierlich vorhanden sein und sich sogar in ihrer Intensität steigern. Interessanter- und
glücklicherweise ist jedoch den meisten Betroffenen durch psychiatrische Therapie, Beobachtung
und Medikamente wieder zu helfen.

Doch wieso ist man überhaupt schizophren? Eine zentrale Rolle spielt hier die genetische
Veranlagung. Stellt man beispielsweise bei eineiigen Zwillingen fest, dass einer von ihnen an
Schizophrenie erkrankt ist, so läge die Wahrscheinlichkeit bei 50 %, dass diese Krankheit auch bei
dem anderen Geschwisterteil diagnostiziert wird. Aber der Ausbruch der Krankheit findet nur bei
mehreren begünstigten und auslösenden Faktoren statt, fachlich basiert diese Psychose also auf
einer multikulturellen Entstehung. Hier stechen besonders drei Faktoren heraus: Besonderheiten
oder geistige Schädigungen in Hirnstruktur (biochemische Veränderung der Botenstoffe im Hirn,
bspw. Dopamin), psychosozialer Stress (Trennungen, Traumata, Isolation, Verluste,…) und häufiger
Drogenkonsum. Diese drei Faktoren bestärken in jeder Hinsicht den Ausbruch einer Schizophrenie.
Genauso wie Alkohol, fettiges Essen und wenig Sport einen Schlaganfall begünstigen.

Das war’s fürs Erste mit Schizophrenie… Ich hoffe, ich konnte euch dieses Thema etwas näher
bringen.
Auch bei diesem Artikel würden wir uns sehr über euer Feedback freuen! Teilt es uns persönlich oder
via Instagram @kleinefreiheit_gal mit!!!

P.S. möchte ich gerne anmerken, dass, falls ihr euch manchmal schlecht fühlt oder daran überlegt an
einer Depression o.Ä. zu leiden, es nichts Abwertendes ist sich mental schlecht zu fühlen und dafür
gibt es ebenso wie für körperliche Verletzungen Ansprechpersonen, Ärzte etc.

Nummer gegen Kummer: https://www.therapie.de/psychotherapie/-schwerpunkt-/kindertherapie/-
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Therapeuten in Siegen : https://www.therapie.de/psychotherapie/-schwerpunkt-/kindertherapie/-
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Quellen:
Prolog: https://www.praxisvita.de/meine-welt-ist-verrueckt-albtraum-schizophrenie-3156.html
Darauffolgendes: https://www.onmeda.de/krankheiten/schizophrenie.html

Bild: pixabay.com

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