Ecosia – Grünste Suchmaschine der Welt?!

Ecosia pflanzt Bäume durch Deine Suchanfragen – ob und wie das funktioniert: Hier.


Heute ist es eines der wichtigsten, aktuellen Themen: der Klimawandel und insbesondere der Klimaschutz. Viele fragen sich, was zu tun ist, wie man mit den heiklen Ereignissen umgehen sollte und höchstwahrscheinlich werden die meisten sich auch schon Gedanken darüber gemacht haben, wie sie selbst etwas für die Erde tun können und eine der simpelsten Möglichkeiten stellt dann wohl Ecosia dar. Dieser Artikel beschäftigt sich ausführlich damit, warum man Ecosia nutzen sollte und wie es funktioniert.

Allgemeines
Ecosia wurde als ökologische Suchmaschine 2009 von Christian Kroll gegründet, der zuvor schon drei andere umweltbezogene Suchmaschinen entwickelt hatte. Der Betrieb hat seinen Hauptsitz in Berlin, momentan inklusive Freiberuflern 47 Mitarbeiter und bezeichnet sich selbst als Social Business. Die Suchergebnisse werden von der Suchmaschine „Microsoft Bing“ übernommen und Ecosia kann 2019 etwa 8.5 Millionen aktive User verzeichnen. Ecosia benutzt nach eigenen Aussagen „Einnahmen aus Suchanfragen, um damit Bäume zu pflanzen, wo sie dringend benötigt werden“.

Mit Suchanfragen Bäume pflanzen? Wie?
Wie Ecosia auf der eigenen Website erklärt, verdient die Suchmaschine ihre Einnahmen durch Klicks auf Werbeanzeigen und Affiliate-Links. Dadurch, dass nicht jede Suchanfrage bei eben diesen Anzeigen oder Links landet, nimmt Ecosia bei jeder Suchanfrage 2019 durchschnittlich 0.5 Cent ein. Ecosia spendet Einnahmen an Aufforstungsprojekte vorwiegend in Haiti, Indonesien, Peru und Uganda (Stand 8.10.2019). Diese Projekte brauchen etwa 22 Cent, um einen Baum zu pflanzen, das heißt, dass ungefähr 45 Suchanfragen zusammen einen Baum finanzieren. Im September 2019 hat Ecosia beispielsweise fast 3.5 Millionen Bäume gepflanzt.

Wie viel fließt genau in die Baumpflanz-Projekte?
In die Baumpflanzprojekte fließen insgesamt 80% des Einnahmeüberschusses. (Der Einnahmeüberschuss ist die Differenz zwischen Ausgaben wie Steuer, Gehalt der Mitarbeiter usw. und Einnahmen, also quasi das, was am Ende vom Gewinn noch übrig bleibt, wenn die Ausgaben abgezogen wurden.) Ecosia versucht möglichst transparent zu bleiben, indem sie monatliche Finanzberichte posten. Diese werden circa 6 Wochen nach Monatsende veröffentlicht, weshalb der im Moment neuste Bericht von Oktober 2019 stammt. Er zeigt, dass in jenem Monat 992.325€ in Baumpflanzprojekte investiert wurden. (Die Gesamteinnahmen im September lagen bei 2.203.147€) Insgesamt wurden über 9 Millionen Euro in die umweltbewussten Projekte investiert. Außerdem sollte man noch erwähnen, dass Ecosia auch einen Online Shop besitzt und man pro Kleidungsstück laut den Anbietern 20 Bäume finanziert.

Ziele von Ecosia
Ecosia möchte die laufenden Projekte weiterhin fördern und kündigte an, zum Anlass der katastrophalen Waldbrände im Amazonasgebiet in Brasilien drei Millionen Bäume zusätzlich zu pflanzen. Ecosia finanziert ausschließlich Mischkulturen um die Gebiete mit der so stattfindenden Aufforstung langfristig zum Positiven zu verändern. Die Mischkulturen werden individuell an die Standorte angepasst. Das Unternehmen hat bis jetzt schon etwa 74 Millionen Bäume gepflanzt und ihr großes Ziel bis 2020 besteht darin, bis zu dem Zeitpunkt eine Milliarde Bäume gepflanzt zu haben.

Ist Ecosia rundum umweltfreundlich?
Nach ihrer Aussage: Ja. Alle Server von Ecosia laufen mit Ökostrom, dies gilt jedoch nicht für den eigentlichen Suchvorgang, der, wie schon erwähnt, über die Suchmaschine Bing und ihre Server abläuft. Zum Ausgleich dessen kauft Ecosia Zertifikate zur Klimakompensation von myclimate.

Und wie steht es um die Kritik?
Heutzutage gibt es kaum noch nennenswerte Kritik, doch als Ecosia 2009 online ging wurde die damalige Darstellung, dass sie pro Suchanfrage zwei Quadratmeter Regenwald schützen würden, schwer kritisiert, da sie keine Regenwaldfläche kauften sondern „nur“ dafür spendeten. Daraufhin zogen sie Maßnahmen, beendeten die Zusammenarbeit mit dem WWF, um einzelne Partnerprojekte rund um den Globus zu unterstützen.

Abschließend:
Meiner Meinung nach ist Ecosia eine gute Sache, da nahezu jeder heutzutage eine Suchmaschine benutzt, warum sollte man dann nicht anstatt die Megakonzerne zu unterstützen ein klein wenig für den Planeten tun? Natürlich wird eine Suchmaschine den Planeten nicht retten, jedoch ist es ein guter und gut durchdachter kleiner Unterschied, den es sich zu unterstützen lohnt. Leider musste ich feststellen, dass nicht allzu viele Menschen in meinem Umfeld Ecosia kennen, geschweige denn nutzen (etwa die Hälfte derer, mit denen ich darüber gesprochen habe, kannten das Angebot und ungefähr ein Viertel derjenigen, die es kannten, nutzten es auch). Also hat Ecosia meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient, jedoch kann man auch, wenn man das System gut findet aber aus irgendwelchen Gründen nicht Ecosia an sich nutzen will, auf Alternativen wie „benefind“, „EcoSearch“ oder „Goodsearch“ zurückgreifen. Ecosia gibt es sowohl als App auf dem Smartphone für Android und iOS als auch auf dem PC.

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