“Ballonflucht” aus der DDR – Vor 40 Jahren

Am 16.09. vor 40 Jahren flohen zwei Familien, in einem Heißluftballon, aus der DDR, in den Westen.


Gründe für die Flucht
Die Arbeitskollegen Peter Strelzyk und Günter Wetzel des VEB Polymer Pößneck, in der ostthüringischen Stadt Pößneck, empfanden ihr Leben in der DDR als unglücklich und zu eingeschränkt. Besonders störte sie, dass man nie seine Meinung äußern konnte, ohne sich sicher zu sein, nicht dabei belauscht zu werden, die Einschränkungen in der Reisefreiheit und weitere Einschränkende Aspekte unter der sozialistischen Herrschaft der SED.
Weder Strelzyk noch Wetzel wollten sich der SED anschließen, geschweige denn, die Partei unterstützen.

Die Idee
Wie Wetzel berichtet, kam bereits in den Jahren vor ihrer Flucht die Idee, aus der DDR in den Westen abzuwandern.
Es hatte jedoch nie die Möglichkeit gegeben. Die Flucht schien immer unmöglich, die Grenze unüberwindbar, der Versuch lebensmüde.
Die Idee, einen Heißluftballon zu nutzen, um über die Grenze zu gelangen, kam, als die Schwester von Petra Wetzel, der Frau Günthers, aus dem Westen zu Besuch kam.
Sie zeigte den Wetzels Bilder, die sie auf ihrem USA-Urlaub geschossen hatte, auf einigen waren Heißluftballons zu sehen.

Vorbereitungen & missglückte Versuche
Nachdem Wetzel nun Strelzyk von seiner Idee berichtete, einen Heißluftballon zu nutzen, um zu fliehen, begannen schnell die Vorbereitungen für die Flucht.
Ingesamt bauten die Wetzels und Strelzyks drei Ballons. Der erste wurde aus luftdurchlässigem Material konstruiert und erreichte nicht die gewünschte Funktionalität, der zweite Ballon hatte nicht die gewünschte Tragkraft und hätte, von insgesamt acht Personen, nur vier transportieren können.
Erst der dritte Ballon war dann aber nutzbar für die Flucht.

Die Flucht
Nach einigen Tests, starteten die beiden Familien (Vier Erwachsene und Vier Kinder), am 16. September 1979 um 2:23 Uhr nachts von einer Wiese bei Oberlemnitz mit ihrem Ballon die Flucht in die Freiheit.
Als die Gasflamme unerwartet den Geist aufgab, landeten die Wetzels und Strelzyks gegen 3 Uhr auf einer Wiese. Zu diesem Zeitpunkt war ungewiss, ob sie noch im Osten, oder am Ziel ihrer Flucht, der Bundesrepublik, gelandet waren.
Einige Stunden durchquerten Sie Felder und versuchten zu erkennen, ob sie es geschafft hatten, im Westen anzukommen.
Am frühen Morgen stießen sie dann auf eine Polizeistreife. Zunächst unsicher erkannten sie, dass es sich bei den Polizisten um Westdeutsche handelte.

Die Flucht war geglückt.

Dieser Artikel ist nur ein stark verkürzter Überblick über die Geschehnisse.
Günter Wetzel betreibt eine eigene Website, auf der er den Verlauf, die Planung und die Durchführung der Flucht genauestens dokumentiert hat: https://www.ballonflucht.de/home.html

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